Wie wird man Imker?

Generell kann jeder Imker werden. Jedoch sollte man sich darüber im Klaren Sein, dass man die Verantwortung für Lebewesen übernimmt und für diese sorgen muss. Eine Bienenhaltung ist zudem anzeigepflichtig (beim Landesamt für Verbraucherschutz, dies ist kostenfrei). Bevor mit der Bienenhaltung begonnen wird, sollte man sich zuerst informieren. Dies kann bei einem örtlichen Imkerverein oder bei speziellen Kursen (z. B. an der Volkshochschule) erfolgen. Das Erlernen der Imkerei ist nicht schwer, erfordert in der Anfangsphase allerdings Zeit um die wichtigsten Faktoren der Haltung zu erlernen. Nachfolgend eine Liste mit wichtigen Anhaltspunkten:

  • Kosten: Die Kosten für eine Bienenhaltung belaufen sich Anfangs auf ca. 1000 Euro. Dies beinhaltet die Beuten ("Bienenhaus"), Werkzeuge (Stockmeißel, Schleier und Smoker) sowie die Bienen selbst. Weitere sehr kostenintensive Geräte wie Honigschleuder oder Wachsschmelzer können üblicherweise unter Imkerkollegen geliehen oder geteilt werden.
  • Standort: Die Bienen benötigen einen Standort, der nicht zu schattig sein sollte. Zudem sollte die Ausflugrichtung der Bienenbeuten idealerweise Richtung Süden zeigen und mindestens 3 Meter vor dem Flugloch kein Hindernis existieren ("Flugschneise"). Sobald Bienen im Garten gehalten werden sollen ist zudem die Nachbarschaft zu informieren. In der Regel stören Bienen allerdings niemanden und werden sehr oft gar nicht bemerkt. Auch die Aussicht auf leckeren Honig hat schon den ein oder anderen Skeptiker milde gestimmt.
  • Zeitaufwand: Anfangs bedingt durch die Einarbeitung hoch, ist der Zeitaufwand in der Folgezeit gering. Die Hauptsaison mit der meisten Arbeit fällt zwischen Mai und August an. In dieser Zeit sollte der Imker jede Woche sein Volk kontrollieren. Dies benötigt pro Volk ca. 30 Minuten. Weitere Arbeit fällt üblicherweise im Juni sowie August (Honigernte) an. Ein normales Berufsleben ist in den allermeisten Fällen problemlos mit der Bienenhaltung vereinbar.
  • Imkerpate: Ein Imkerpate steht dem Neuimker mit Tat und Rat zur Seite. Viele Mitglieder eines Imkervereins übernehmen diese Patenschaft und helfen somit dem Neuling in der Anfangszeit.
  • Maß: Vor der Anschaffung sollte überlegt werden, welches Maß der Bienenbeute ortsüblich ist. Hier kann der Imkerverein Auskunft geben. Grob gesagt ist in Norddeutschland das DNM (Deutsch-Normal-Maß) weit verbreitet, in Süddeutschland dagegen das Zander-Maß.
  • Bienenkauf: Bienen sollten nach Möglichkeit lokal oder regional und nicht über das Internet gekauft werden. Viele der Bienen überleben zudem einen Paketversand nicht. Werden Bienen aus einem anderen Ort verbracht, so ist zwangsläufig ein Gesundheitszeugnis der Bienen vom Verkäufer vorzulegen. Daher niemals Bienen ohne Gesundheitszeugnis kaufen!